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Arbeitsproben Reise |
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Spaziergang in ein Leben mit der Natur
Aufmerksam umher schauend, gehen wir auf staubigem Pfad durch
den trockenen Busch. Plötzlich bückt sich einer unserer
Führer, kniet sich hin und beginnt mit seinem Grabstock
die Erde aufzuwerfen. Neugierig bleiben wir stehen. Zu sehen
ist nichts als ein armseliger, vertrockneter Pflanzenstrunk.
Doch schon Sekunden später reicht man uns ein Stück
von einer Wurzel und bedeutet uns, darauf zu kauen. Misstrauisch
riechen wir erst einmal daran und knabbern dann vorsichtig ein
Stück ab... Hmm! Schmeckt leicht nach Nuss, ist feucht
und erfrischend.
Auf einem Spaziergang den Busch der Kalahari im Osten Namibias
zu erkunden, ist ein eindrucksvolles Erlebnis - vor allem in
Gesellschaft einiger Naro San (Buschleute), die einem das Leben
mit und in der Natur näher bringen. Die Zelda Gästefarm,
fast 300 km östlich von Windhoek an der Straße nach
Botswana gelegen, bietet so genannte 'Bushman Walks' an. Die
als Führer agierenden San leben in einem traditionellen
Dorf auf der Farm und verdienen sich mit den etwa 60-minütigen
Touren etwas Geld. Zugleich gewinnt das Wissen ihrer Vorfahren
um die Geheimnisse der Natur auf neue Weise an Wert und wird
so vor dem schleichenden Vergessen bewahrt.
Kortman Saubek, das Oberhaupt des kleinen Dorfes, sowie zwei
junge Männer und zwei Frauen lehren uns auf dem 'Bushman
Walk' das Einmaleins des Busches. Da wir die mit Schnalzlauten
durchsetzte Sprache nicht verstehen, begleitet uns Gästefarm-Managerin
Bianca van Niekerk. "Dies ist die Spur und die Losung eines
Steinböckchens", übersetzt sie. Eine der Frauen
gräbt ein Straußenei aus, das als Wasserbehälter
dient. Die Öffnung durch quellendes Gras versiegelt und
im Boden deponiert, hält es das Wasser über Monate
oder gar Jahre frisch. Hier eine Wurzel, deren Saft Leder geschmeidig
macht, dort eine Knolle mit wohlriechender Flüssigkeit,
die die Männer auftragen, wenn sie eine Frau erobern wollen
- der Busch als Supermarkt. Am Ende der Zeit mit erhöhter
Regenwahrscheinlichkeit, also März/April, ist der Spaziergang
noch eindrucksvoller, weil dann viele Beeren und Schoten zu
finden sind, nicht zu vergessen die Tsamma, eine melonenartige
Frucht, die in der Kalahari wächst...
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